Häufige Fragen zum Wohngeld

Zu welchem Zeitpunkt sollte ich Wohngeld beantragen?

In der Regel gilt bei Sozialleistungen dass die Leistung frühestens ab dem Tag der Antragstellung gewährt werden kann. Nur in besonderen Ausnahmefällen ist eine rückwirkende Gewährung möglich. Bei Wohngeld lautet die Regel, dass die Leistung nach Bewilligung des Anspruchs rückwirkend ab dem ersten Tag des Monats gewährt wird, in dem der Antrag auf Wohngeld gestellt wurde. Für Sie heißt das konkret: Beantragen Sie Wohngeld so früh wie möglich und warten Sie nicht bis Ihnen das Geld knapp wird, da Sie sonst einen möglichen Anspruch für frühere Zeiträume verschenken.

Kann ich Wohngeld online beantragen?

Nein, derzeit kann Wohngeld noch nicht online beantragt werden. Jedoch arbeiten immer mehr Behörden im Zuge der Einführung von eGovernment an Verfahren, die es dem Bürger ermöglichen ihre Dienstleistungen auch online in Anspruch zu nehmen, so dass möglicherweise in naher Zukunft Wohngeld auch online beantragt werden kann.

Sie können jedoch heute schon für die meisten Regionen in Deutschland die notwendigen Formulare zum Wohngeldantrag online herunterladen und ausdrucken. Den Wohngeldantrag können Sie dann entweder persönlich abgeben oder per Post an die zuständige Wohngeldstelle schicken.

Wie lange dauert die Beantragung von Wohngeld in der Regel?

Dies ist je nach Region und Personalausstattung und Auslastung der zuständigen Wohngeldstelle sehr unterschiedlich und kann durchaus bis zu 8 Wochen dauern. Am ehesten kann Ihnen ein Sachbearbeiter der lokal zuständigen Wohngeldstelle eine ungefähre Angabe über die aktuellen Bearbeitungsdauern Ihres von Wohngeldanträgen machen.

Praxistipp: Man sollte die Wohngeld-Sachbearbeiter grundsätzlich nicht durch ständige telefonische oder persönliche Nachfragen von Ihrer Arbeit abhalten, da dies die Bearbeitungsprozesse unnötig weiter verzögert. Jedoch kann man nach einigen Wochen ohne Zwischennachricht durchaus eine höfliche telefonische Anfrage zum aktuellen Sachstand in Erwägung ziehen. Oft holt sich der Sachbearbeiter dann die Wohngeldakte an den Schreibtisch und führt anschließend an das Telefonat umgehend die Bearbeitung des Antrags auf Wohngeld durch.

Was mache ich, wenn mein Wohngeldantrag abgelehnt wird?

Bei einer Wohngeldablehnung erhalten Sie von der Behörde einen Ablehnungsbescheid. Dabei handelt es sich um einen so genannten Verwaltungsakt, gegen den Sie innerhalb von vier Wochen in Widerspruch gehen können. Im Widerspruch, den Sie als formloses Schreiben an die Behörde richten oder auch vor Ort in der Behörde diktieren können, sollten Sie alle Punkte aufführen die Ihrer Meinung nach gegen die Ablehnung des Wohngeldantrags sprechen. Auch zwischenzeitliche Änderungen der persönlichen Verhältnisse sollten im Widerspruchsverfahren angegeben werden. Über den Widerspruch entscheidet die Widerspruchsstelle der zuständigen Behörde. Wenn der Widerspruch nicht zum Erfolg führt und zurückgewiesen wird können Sie vor dem Sozialgericht gegen den Wohngeldbescheid klagen. Gegebenenfalls können Sie dafür bei Gericht Prozesskostenhilfe beantragen. Vor dem Sozialgericht sollten Sie sich durch einen Anwalt vertreten lassen. Grundsätzlich kann bei einer Änderung der persönlichen Verhältnisse auch ein neuer Antrag auf Wohngeld gestellt werden.

Was passiert wenn sich später herausstellt, dass ich falsche oder nicht korrekte Angaben gemacht habe?

Wenn Sie gegen die Auskunfts- und Mitteilungsplichten verstoßen kann dies zu einem Ordnungswidrigkeitenverfahren oder zu einem Strafverfahren mit entsprechenden Konsequenzen (z. B. Erhebung eines Bußgelds oder in schweren Fällen Gefängnisstrafen) führen. Zu Unrecht erhaltene Leistungen werden vom Wohngeldamt auf jeden Fall zurückgefordert. Von den Wohngeldstellen werden inzwischen auch umfangreiche automatisierte Datenabgleiche vorgenommen sobald Sie Wohngeld beantragen, um falsche oder fehlende Angaben im Vorfeld zu entlarven. Z. B. kann abgefragt werden ob andere Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II bezogen werden.

Spielt Vermögen beim Beantragen von Wohngeld gar keine Rolle?

Doch, auch Vermögen spielt beim Antrag auf Wohngeld eine Rolle. Das Vermögen selbst wird zwar bei der Berechnung der Höhe des Anspruchs auf Wohngeld nicht berücksichtigt, jedoch sind Sie verpflichtet die Erträge aus Vermögen (z. B. Zinsen) anzugeben, da diese in die Berechnung einfließen. In einer Niedrigzinsphase kann es natürlich sein, dass jemand mit sehr hohem Vermögen z. B. 200.000 € nur sehr wenig Zinsen erzielt und rechnerisch eigentlich Anspruch auf Wohngeld hätte. Jedoch hat der Gesetzgeber festgelegt, dass ein Antrag auf Wohngeld bei sehr hohem Vermögen missbräuchlich ist. Es wurden daher Vermögensfreigrenzen eingeführt. Diese liegen bei 60.000 € für das erste Haushaltsmitglied und 30.000 € für jedes weitere Haushaltsmitglied.

Erfährt mein Vermieter davon, dass ich Wohngeld beziehe?

Nein, ihr Vermieter erfährt nichts davon, wenn Sie Wohngeld beantragen oder bekommen. Dies geht Ihn nichts an. Selbst wenn Ihr Vermieter davon erfahren würde, dass Sie Wohngeld beantragt haben wäre dies für Sie kein Problem. Ihr Mietverhältnis ist davon in keiner Weise betroffen. Eine Kündigung aufgrund von Wohngeldbezug ist nicht möglich.

Mein Fall ist sehr kompliziert und ich kann hier nicht herausfinden, ob ich einen Anspruch auf Wohngeld habe. Wo finde ich weiterführende Informationen?

Im Zweifelsfall hilft immer der Blick ins Gesetz: Die relevanten Rechtsnormen und Verwaltungsvorschriften für die Beantragung von Wohngeld, finden Sie am Ende dieser Seite unter dem Punkt Quellen. Die beiden wichtigsten Quellen sind das WoGG und die WoGV. Sie können sich vor der Abgabe des Wohngeldantrags von der zuständigen Wohngeldstelle beraten lassen. Die Wohngeldbehörde ist zur umfassenden Beratung und Aufklärung verpflichtet. Gerade bei Erstanträgen ist die persönliche Terminvereinbarung zur Beratung zu empfehlen. Kostenlose Beratung können Sie auch bei vielen Sozialdiensten in Anspruch nehmen. Ehe Sie die kostenpflichtigen Dienste eines Anwalts für Sozialrecht in Anspruch nehmen, empfiehlt es sich eher einfach erst mal einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. Die Behörde ist verpflichtet Ihren Wohngeldantrag zu prüfen und Ihnen einen Ablehnungs- oder Bewilligungsbescheid zu erteilen. Ggf. können Sie mit dem Ablehnungsbescheid immer noch zu einem Anwalt gehen.

Stand Juli 2013